Friedrich-Ebert-Stiftung: Das politische Kochbuch - 100 Jahre, 100 Orte, 100 Rezepte
Demokratie, die schmeckt!
Visuelles Storytelling für das Jubiläumskochbuch der Friedrich-Ebert-Stiftung mit internationalen Rezepten und deren gesellschaftlichen Geschichten
Wie macht man demokratische Werte greifbar und menschlich? Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens beauftragte die Friedrich-Ebert-Stiftung Ellery Studio mit der Gestaltung eines besonderen Kochbuchs. 100 Rezepte aus den weltweiten FES-Standorten, begleitet von „Tischgesprächen“ über Demokratie und Solidarität. Wir entwickelten das visuelle Konzept, das kulinarische Freude mit gesellschaftlichen Diskursen verbindet und Brücken zwischen Kulturen schlägt.

Die Herausforderung
Gastrodiplomatie als Rezept gegen Populismus?
2025 steht die Demokratie weltweit unter Druck. Populistische Bewegungen gewinnen an Boden, das Vertrauen in politische Institutionen bröckelt. In diesem gesellschaftlichen Klima will die Friedrich-Ebert-Stiftung ihr hundertjähriges Bestehen nicht nur feiern, sondern als Moment der Neupositionierung nutzen. Parallel zum Jubiläum modernisiert die Stiftung ihr gesamtes Erscheinungsbild, setzt stärker auf die sozialdemokratische Farbe Rot und sucht nach Wegen, digital präsenter zu werden. Das Kochbuch sollte eines der ersten Produkte dieser neuen visuellen Ära sein und gleichzeitig einen mutigen Schritt wagen: Statt auf klassische Broschüren und Konferenzen zu setzen, nutzt die FES das Prinzip der Gastrodiplomatie. Essen öffnet Menschen, schafft Gemeinschaft und transportiert Werte auf eine Weise, die Barrieren überwindet.



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Deliverables
Konkret geliefert
Unser Gestaltungskonzept basiert auf einem zweistimmigen Dialog: Links die sinnliche Realität der Food-Fotografie, rechts die erzählerische Abstraktion unserer Illustrationen. Wir entwickelten einen Schablonen-artigen Stil mit reduzierten Farbpaletten, der politische Narrative visuell übersetzt, ohne kulturelle Stereotype zu bedienen. Jede Doppelseite folgt einem dramaturgischen Dreiklang aus emotionalem Einstieg, funktionaler Ebene und kulturellem Kontext. Das Ergebnis: Ein 224-seitiges Buch, das sich gleichermaßen als Kochbuch, Bildungsmedium und diplomatisches Instrument lesen lässt.
1
Illustrationskonzept mit Berücksichtigung kultureller Vielfalt
Entwicklung eines reduzierten Siebdruckstils mit bewusst abstrahierten Formen, der kulturelle Vielfalt ohne Stereotype darstellt. Rund 75 Illustrationen übersetzen politische Tischgespräche in eine universelle Bildsprache, die Menschen aus aller Welt einlädt, ohne jemanden festzulegen.

2
Editorial Design und Layoutsystem
Layout-System für 112 Doppelseiten mit klarem Raster. Integration von Rezepten, Tischgesprächen und Food-Fotografie zu kohärenter Erzählung.

3
Covergestaltung
Einladende, international verständliche Gestaltung, die kulinarische und politische Dimension gleichermaßen kommuniziert.

4
Werbematerialien
Verschiedene Postkarten mit einzelnen Gerichten für Marketing und Veranstaltungen der Jubiläumskampagne.

Illustration als Brückenbauer zwischen Kulturen
Wie visualisiert man abstrakte Konzepte wie Demokratie oder Solidarität, ohne in kulturelle Klischees zu verfallen? Unser Illustrationsstil für das FES-Kochbuch nutzt bewusst reduzierte Formen und Farben. Statt konkreter Gesichter oder eindeutiger ethnischer Merkmale arbeiten wir mit symbolischen Elementen: dampfende Kessel für Gemeinschaft, vernetzte Formen für Solidarität, dynamische Kompositionen für gesellschaftlichen Wandel. Diese Abstraktion schafft Interpretationsräume und ermöglicht es Menschen verschiedenster Hintergründe, sich wiederzufinden. Gleichzeitig transportiert sie die emotionale Essenz politischer Botschaften auf eine Weise, die Barrieren überwindet.

Editorial Design als Ermöglicher komplexer Inhalte
Ein Kochbuch mit politischen "Tischgesprächen" stellt besondere Anforderungen an die Gestaltung. Wie bringt man funktionale Rezeptinformationen mit gesellschaftspolitischen Texten zusammen, ohne dass sie konkurrieren? Unser Layout-System basiert auf einem strengen Raster, das Orientierung schafft. Durch bewusste Farbkodierung und typografische Hierarchien führen wir die Lesenden durch verschiedene Inhaltsebenen. Die "Tischgespräche" werden nicht als Fremdkörper wahrgenommen, sondern als natürlicher Teil der kulinarischen Reise. So wird Editorial Design zum Ermöglicher: Es macht komplexe, vielschichtige Inhalte nicht nur zugänglich, sondern schafft neue Bedeutungsebenen.
